WEISSE SCHATTEN - Fotokunst von Jutta Schwöbel

Ausstellung vom 15. August bis 26. September 2010

Jutta Schwöbel, Hamburg, fotografiert nicht nur mit der Kamera, sie zeichnet mit ihr - in differenzierten Grautönen. WEISSE SCHATTEN ergänzt die im letzten Herbst im kulturforum Pampin präsentierte Ausstellung von Jutta Schwöbel "Die Farbe Grau" und begleitet die im Juni 2010 eröffnete Ausstellung "...Spannung in mir" von Wieland Schmiedel.

WEISSE SCHATTEN widmet sich drei Themenkreisen.

1. Skulpturen im "Garten" Wieland Schmiedels

Fasziniert von der geheimnisvollen Aura der Skulpturen Wieland Schmiedels, hat sich Jutta Schwöbel mit den Arbeiten des Bildhauers vor Ort, in der Rönkendorfer Mühle, intensiv auseinandergesetzt und versucht, das für sie Wesentliche zu erfassen. Mit ihrem künstlerischen Fotografenblick hat sie essentielle Segmente, Linien und Formen ins Licht gesetzt. Daraus sind zum einen großartige Signaturen entstanden, die die Skulpturen in ganz speziellen - den Schwöbelschen - Grautönen erscheinen lassen, zum andern ein einzigartiger, kostbarer Leporello "Der Garten" (2 x 8 m lang, 25 cm hoch). In den Fotografien korrespondieren zwei eigene künstlerische Sicht- und Gestaltungsweisen - sie bleiben eigenständig, gehen aber eine kreative Verbindung ein, die neue Interpretationen zulässt.

2. Hamadryaden - Dialog mit dem Baum

Bei einem Spaziergang im Februar bei noch schräg stehender Sonne begegnete Jutta Schwöbel ihrer ersten Hamadryade - und in dieser sich selber. Sie sah die Baumnymphe, die mit ihrem Baum lebt und stirbt, auf einem Birkenstamm. Und einmal gesehen, begegneten ihr die Nymphen nun immer wieder - im Frühjahr und im Herbst, nicht nur auf Birken, auch auf Linden und Buchen. In der Morgen- oder Abendsonne zeigten sie sich ihr - als ihr eigener Schattenwurf auf dem Baumstamm. Und wenn sie sich bewegte, begannen die Baumbilder zu leben und zu tanzen. Wirklich sichtbar machen kann diese flüchtigen Erscheinungen nur die Fotografie - durch eine ganz spezielle Belichtung.         
So entstanden geheimnisvolle Fotoskulpturen - wie aus einer anderen Welt der Fabelwesen.

3. EIS-ZEIT

Eine Serie von Fotos aus dem letzten eisigen, weißen Winter zeigt Spuren im Eis, die das Auge - begünstigt durch die erzwungene Langsamkeit der Fortbewegung - nur bei genauem Hinsehen entdecken kann. In diesen wie Grafiken wirkenden Bildern wird die künstlerische Vorgehens- und Ausdrucksweise Jutta Schwöbels besonders deutlich. Sie selbst sagt dazu: " In der Fotografie eröffnen sich veränderte Wahrnehmungen gerade dadurch, dass das Gesehene auf eine zweidimensionale Fläche ‚gepresst' und die Perspektive aufgehoben wird. Im Übergang von der Drei- in die Zweidimensionalität werden aus Tiefen Flächen, aus Spuren Pinselstriche, Zeichnungen." Ein Siebdruck auf Plexiglas, aus dem Jahr 2002, setzt den einzigen farbigen Akzent: der Herbst in blauem Nebel, nah dem Winter schon. Diese Fotoinstallation hat den Zauber des Magischen und wirkt wie ein Verbindungsstück von unserer Welt in eine andere.

Ortrun Venth-Vogt

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