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Am 15. Mai 2022 ab 11 Uhr soll nun endlich - nach zweimaligen Corona bedingten Ausfällen - in der Kunsthalle die große Ausstellung mit Malerei von Ralf-Rainer Odenwald STILLE ERREGUNG und Skulpturen von Dieter Koswig ...HALBES LEBEN im Rahmen der PAMPINALE 6 eröffnet werden. 

Parallel zu diesen Ausstellungen in der Kunsthalle sind in der BlackBox die SCHRECKEN DES KRIEGES von Boris Duhm und in der Galerie von Udo Dettmann RAUMGREIFENDe Objektmalerei  zu sehen.

Ralf-Rainer Odenwald drückt mit seiner szenischen Malerei „STILLE ERREGUNG“ aus und will den Betrachter in diese versetzen. Odenwald, der an der Hochschule für Bildende Kunst in Hamburg studiert hat, u. a. bei Joseph Beuys, ist mit seinen szenischen Bildern am „Nabel der Zeit“ – inhaltlich wie technisch. Er sucht seine Motive im Internet, vorwiegend bei Bloggerinnen in den Social Media. Dort bietet sich „ein gigantischer Fundus an Selbstentblößung – aber nicht nur – manchmal finden sich wertvolle Irrlichter unter den vielen Fotos (..) sie zeigen die Person im Zustand innerer Abwesenheit. Die Kamera wurde vergessen, die Selbstinszenierung unterbrochen, die Zielrichtung der Posen für Augenblicke verloren, so dass (..) sich das Erscheinungsbild für Momente ganz an sich selbst verliert und nach innen wendet.“ (R.-R. Odenwald, 2021)

Die den virtuellen Darstellungen entnommenen Motive überträgt der Künstler auf Leinwand mit Fotocollage, verfremdet sie, akzentuiert die Stimmungen, Gefühle, geheimen Wünsche und Bedürfnisse. So entstehen neue, subtile, raffinierte zeitgeistige Zerr- und Spiegelbilder der EGO-Gesellschaft, zum Teil rätselhaft und nicht sofort zu entschlüsseln. Es sind „Bilder, die einen nicht mehr loslassen.“ Dr. Michael Fuhr sagte das nicht nur, sondern kaufte drei Bilder für das Städtische Museum Flensburg, „wo sie sich seitdem übrigens bestens neben Werken von Gerhard Richter und Arnulf Rainer behaupten.“  

Die abstrakten Skulpturen von Dieter Koswig - ...halbes Leben – sind ein gelungener Kontrast zu den atmosphärisch dichten Bildern Odenwalds. Sie strahlen kraftvolle Ruhe aus, Ihre Formensprache ist – bei aller Vielseitigkeit und Vielgestaltigkeit – klar und an den Grundformen der Geometrie orientiert. Sie sind Ordnungssysteme (Ordnung ist das halbe Leben), die sich auf unsere Wahrnehmung der Welt beziehen, auf unsere verschiedenen AnSichten; sie eröffnen eine Vielzahl von Perspektiven. Damit will der Künstler sagen „Wir sollten uns nie so ganz sicher sein in unserer Zuordnung und Einordnung.“

Dieter Koswig, in Halle geboren, studierte Malerei und Metallbildhauerei an der Burg Giebichenstein, danach bis 1979 an der Hochschule für Bildende Künste/Hamburg bei Ulrich Rückriem. Er arbeitet mit den klassischen Materialien Stein, Holz und Stahl sowie mit Fundstücken. Er vertritt die Meinung: ,,Vielen Menschen verstellt sich der Zugang zur Kunst, weil sie zu große Erwartungen haben, sich damit blockieren. Die Auseinandersetzung mit dem Material kann hilfreich sein, öffnen, Barrieren und Schablonen abbauen. Kunst ist kein konstanter Begriff, vielmehr definiert durch Wünsche und Probleme einer sich ändernden Gesellschaft.”

In der BlackBox begegnet man Reliefdrucken aus geklammerten Tetra Verpackungen, auf denen Boris Duhmdie „Schrecken des Krieges“ verarbeitet hat. Angesichts der grausamen Bilder des in der Ukraine tobenden Krieges war es dem Künstler "ein inneres Bedürfnis, und vielleicht auch ein seelischer Schutz, in Bildern über das Elend, die Gewalt, die Angst, den Hass, die Mühsal, die Hoffnungslosigkeit und den Verlust, den Krieg für Menschen bedeutet, - über die Schrecken des Krieges – in meinen Bildern zu sprechen..." In all der erschreckenden Finsternis lässt Boris Duhm aber auch einen Hoffnungsschimmer aufscheinen: z. B. sieht er ein Kampfflugzeug, das sich in einen Vogel verwandelt, oder zwei Hände, die sich zueinander ausstrecken in einer helfenden Geste...“

Boris Duhm hat sich nicht nur von aktuellen Berichterstattungen, sondern auch von Bildern von Käthe Kollwitz, Pablo Picasso und Francisco de Goya inspirieren lassen.

Veranschaulichende Fotos sind in Arbeit.

Mit seiner  „Objektmalerei“ hat Udo Dettmann das Medium der flächigen Malerei RAUMGREIFEND in die Dreidimensionalität katapultiert.  Mit seiner Kastenidee des Um-die-ecke-Malens geht er nicht nur in den Raum hinein, sondern bindet das statische Bild in einen dynamischen Prozess ein. Um das Kunstwerk in seiner Gänze zu erfassen, muss man sich um das Malobjekt herum bewegen und es von allen Seiten aus verschiedenen Positionen ansehen. Mit der Rundumbetrachtung, der Veränderung der Blickwinkel  wird die für flächige Bilder maßgebliche Zentralperspektive aufgelöst und damit neue Sehgewohnheiten ausgelöst. Wie bei vielen anderen Arbeiten von Udo Dettmann  geht es auch bei den Kastenobjekten um einen vielschichtigen, differenzierten Prozess der Wahrnehmung: der Kombination von Perzeption, Rezeption und Fusion der empfangenen Reize/Informationen und ihrer kognitiven Verarbeitung zu einem Gesamtbild.

Neues im Skulpturenpark PAMPIN - Der weiße Palast von Werner Mönch

Im September 2021 wurde im Skulptzrenpark ein Monumentalwerk von Werner Mönch eingeweiht: DER WEISSE PALAST. Mit dieser gewaltigen Installation hat Werner Mönch seine Vorstellungen von „Macht und Pracht – ihrer Herrlichkeit und Vergänglichkeit“ in viermonatiger Arbeit (seit April 2021) verwirklicht . Die Installation ist ein Beispiel für Konzeptkunst, die, basierend auf einer tragbaren Idee, mit Hilfe armseliger Mittel relevante Themen und Probleme in Szene setzt.Sie verweist auf das Inszenierungsgehabe und die Maßlosigkeit von Potentaten (z. B. Putin, Erdogan, Trump, Ceausescu), die sich selbst mit aufwendigen Palästen und Mausoleen ein Denkmal setzen wollen. Aber auch diese werden trotz aller Ewigkeitsansprüche irgendwann verfallen und verschwinden.

Neues im Skulpturenpark PAMPIN - Vier Elemente von Yke Prins

Die Bildhauerin Yke Prins/Den Haag war – zusammen mit Kiki van de Vouw – im Sommer 2021 als „Artist in Residence“ im kulturforum PAMPIN. Während dieser äußerst kreativen und produktiven Zeit hat sie aus Alteisen-Material, das ihr zur Verfügung gestellt wurde, vier Assemblagen zum Thema ELEMENTE hergestellt: Erde, Wasser, Luft, Feuer.