Aktuelles

Die andernorts für Sonntag, den 14. August, angekündigte GEDOK-Veranstaltung "Wer warf in meinen Garten einen Stein?" mit Gesang und Lesung entfällt leider wegen Erkrankung.

Selbstverständlich ist aber  - wie jedes Wochenende bis zum 21. August - die Ausstellung HORTUS CONCLUSUS geöffnet.

 

WER und WAS ist die GEDOK MV? Das erfahren Sie, wenn Sie den Link anklicken. 

https://youtu.be/v1djJ0nZkNM

HORTUS CONCLUSUS - 12 Künstlerinnen der GEDOK MV

Am Sonntag, dem 10. Juli, wurde im kulturforum PAMPIN die zweite Phase der PAMPINALE 6 eröffnet. Das musikalische Begleitprogramm gestalten Sophia Maeno Gesang und Gabriele Mentzel Violine. Das war ein Hochgenuss. 

12 Künstlerinnen der GEDOK MV haben sich sehr engagiert und individuell mit dem Thema HORTUS CONCLUSUS auseinandergesetzt. Die Metapher bietet viel interpretatorischen Spielraum, insbesondere im Zusammenhang mit dem übergeordneten Motto UMBRÜCHE, das für die sog. Zeitenwende steht, für eine Welt, die in Unordnung geraten und voller Unsicherheiten ist, in der vieles, was gestern galt, heute nicht mehr gilt.

„Das Motiv des HORTUS CONCLUSUS  taucht in der Bildenden Kunst, in der Literatur, in der Gartenkultur, in Filmen und Musik über die Jahrhunderte immer wieder auf; bisweilen als “secret garden“. Im Wortsinn bezeichnet HORTUS CONCLUSUS einen rundum geschlossenen Garten. Die Betonung liegt auf dem Fakt der Verschlossenheit. Es kann sich um einen metaphorischen, fiktiven oder einen realen Raum handeln. In jedem Fall geht es um Grenzziehung: Es gibt ein definiertes Innen und ein definiertes Außen. Wer darf diesen Garten betreten, wer muss draußen bleiben? Ist er nur der eigene Garten oder die Festung Europa?  Ist es der geistige Raum, den künstliche Intelligenz und exzessive Hirnforschung bedrängen? Oder wird unser Denken durch deren Resultate bereichert?  Ist es die eigene Gefühlswelt, die wir in uns verschließen möchten? Wem öffnen wir welchen Teil? 

Wie reagiert man darauf? Gelassen oder hektisch, kontemplativ oder tatkräftig,  sammelt Kraft in der Ruhe oder verfällt in Aktionismus, zieht sich zurück in sein privates Idyll oder nimmt teil am sozialen, kulturellen Leben, stellt sich den Herausforderungen oder schottet sich ab, verweigert sich? Oder...? Fragen über Fragen.

HORTUS CONCLUSUS ist ein Raum, der sich verwirklichen lässt - im Geiste wie in der Realität.“ (Text der GEDOK-MV zur Ausschreibung)

Man kann gespannt sein auf die unterschiedlichen künstlerischen Sichtweisen – die zunächst fast alle von einer „Schutzzone“ ausgehen, aber mit variierenden Konnotationen und Funktionen. Hier ein paar Versuche, die individuellen Interpretationen zu skizzieren:

Für die Malerinnen Ursula Bahr und Dagmar Zehnel ist der HC vor allem eine zu schützende Intimsphäre, ein emotionaler Freiraum, in dem man seine Gefühle, Liebe und Leidenschaften, seine Erinnerungen ausleben kann. Diese Sicherheit gewährende Schutzzone soll für Außenstehende verborgen bleiben (Zehnel), ist aber fragil und wird durch Fremdeinwirkungen/Eindringlinge bedroht (Bahr).

Auch die Malerin und Sängerin Sophia Maeno verbindet mit dem HC ein Gefühlswelt, die aber - und hier ist ihre ganz individuelle Sichtweise – in sich gefestigt ist, nicht nur nach Innen, sondern auch nach Außen Stärke zeigt, der fremde Einflüsse/Störelemente nichts anhaben können.

Die Fotografin Angela Fensch stellt den Menschen in seiner Individualität in den Mittelpunkt. Sie betrachtet ihn selbst quasi als Hortus Conclusus, als ein komplexes, in sich geschlossenes System, das sich gegen äußere, zeitgeistige Einflüsse abschirmt.In Langzeitprojekten verfolgt sie die persönlichen Entwicklungen.

 

Die Malerin Anke Weßling geht vom Menschen aus. Sie sieht ihn nicht nur in Beziehung zu sich selber, sondern als Mitglied einer sich ständig verändernden Gesellschaft und Umwelt.

Einen ganz realen HORTUS CONCLUSUS hat die Malerin Martina Schultz bei einem Workshop im Gewächshaus von Dreilützow gefunden. Die hier gewonnenen Inspirationen und vorgefundenen natürlichen Materialien hat sie künstlerisch verarbeitet.

Für die Malerin Monika Hellwig stellt sich der HC als kreativer Experimentierraum dar, der vorerst nur einem exklusiven Interessentenkreis zugänglich ist, in dem etwas heranreifen kann, bevor es öffentlich vorgestellt wird.

Die Künstlerin Susanna Schultz hat zu dem Thema HORTUS CONCLUSUS sehr unterschiedliche Ideen, die sie kunstvoll als textliche Elemente oder Bildmotive in textile Materialien einarbeitet, als (Traumwelt-)Collagen und Mobiles verwirklicht. 

Die Künstlerinnen Silke Krempien (Installation) und Elvira Martens (Glasgestaltung) berücksichtigen in ihren Interpretationen die gegenwärtigen sozio-kulturellen Entwicklungen und Umbrüche. Für sie ist der HC ein Sehnsuchtsort vieler, insbesondere in prekären Situationen lebender/auf der Flucht befindlicher  Menschen, der aber oft eine Illusion, eine unerreichbare Vision bleibt (Krempien), oder aber als Vision neue Möglichkeiten der Weiterentwicklung eröffnet (Martens).

Wir hoffen, dass wir mit diesen rudimentären Beschreibungen nicht nur den Intentionen der Künstlerinnen gerecht geworden sind, sondern auch Ihr Interesse geweckt haben. Vielleicht finden Sie in dieser variantenreichen Ausstellung und/oder im Skulpturenpark auch Ihren ganz persönlichen HORTUS CONCLUSUS – Pampin wird von vielen Besucher:innen oft als eine Oase der Kunst und Natur in der Pampa wahrgenommen.

Die Ausstellung läuft bis zum 21. August. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

 

 

Neues im Skulpturenpark PAMPIN