Hellmut Martensen: Einblicke - Von der Fläche in den Raum I 12. September - 31. Oktober

Malerei, Aquarelle, Zeichnungen, Radierungen, Aquatinten, Holzschnitte, Collagen, Plastiken, Video

Am kommenden Sonntag, dem 12. September, wird im kulturforum PAMPIN die letzte große Ausstellung der PAMPINALE 5 eröffnet: EINBLICKE – Von der Fläche in den Raum. Unter diesem Titel präsentiert der aus Neustadt-Glewe stammende Künstler Hellmut Martensen einen Querschnitt seines umfangreichen und beindruckend vielfältigen Schaffenswerks. Diese Werkschau ist die facettenreichste und zweitgrößte, die Hellmut Martensen der Öffentlichkeit jemals gezeigt hat. Dank der vielen unterschiedlichen Räumlichkeiten bietet das kulturforum PAMPIN dafür eine ideale Bühne. 

Hellmut Martensen ist nicht nur ein hervorragender Zeichner, Aquarellist und Maler, sondern überzeugt als Kunstgrafiker mit hoher Könnerschaft in Holzschnitt, Radierung und Aquatinta. Seit sechs Jahren geht er von der flächigen Darstellung in den Raum und experimentiert u. a. mit Draht, Stahl, Beton, Lehm, Raseneisenstein und selber hergestellten Farben aus Terrakotta und Eisenerz. Die Plastiken, in denen sich unverkennbar die Linienführung der Zeichnungen fortsetzt, wirken fragil, luftig-leicht, beschwingt, tänzerisch. Wie die Bilder folgen auch sie einem organischen Grundprinzip.

Alle bildnerischen wie gestalterischen Werke Hellmut Martensens durchwirkt ein  zentrales Thema: die Natur – mit ihrer Überfülle an Motiven, Formen und Farben. Dieses Leitmotiv „gründet in der Erkenntnis, dass sich alle künstlerischen Werke im Ursprung auf die Natur und die Prozesse unmittelbar in ihr beziehen. Dem Wachsen, Blühen, Gedeihen und Vergehen. Die Entwicklung in jederlei Hinsicht.“ (Christian Fehlandt, 2020) Martensen folgt stets seinem Credo: „Bloß nicht zu gegenständlich werden.“ Folglich sind seine Bilder nie Abbilder des Realen, sondern Erlebnis-, Gedanken und Stimmungsbilder mit einer unverwechselbaren, ganz individuellen Ausdrucksweise zwischen real-konkreter und abstrakt-formaler Darstellung.

Der Rundgang durch die große Halle und die Galerie mit ihren Kabinetten lässt das Anliegen des Künstlers vor Ort direkt nachvollziehen und erleben: „Mein Ziel: Aus dem Gesehenen immer wieder etwas Neues zu machen.“

Werner Mönch: DER WEISSE PALAST - Von der Macht und Pracht - ihrer Herrlichkeit und Vergänglichkeit

Parallel zur Eröffnung der großen Ausstellung von Hellmut Martensen wird im Skulpturenpark ein Monumentalwerk von Werner Mönch eingeweiht: DER WEISSE PALAST. Mit dieser monströsen Installation hat Werner Mönch seine Vorstellungen von „Macht und Pracht – ihrer Herrlichkeit und Vergänglichkeit“ in viermonatiger Arbeit (seit April 2021) verwirklicht . Die Installation ist ein Beispiel für Konzeptkunst, die, basierend auf einer tragbaren Idee, mit Hilfe armseliger Mittel relevante Themen und Probleme in Szene setzt.Sie verweist auf das Inszenierungsgehabe und die Maßlosigkeit von Potentaten (z. B. Putin, Erdogan, Trump, Ceausescu), die sich selbst mit aufwendigen Palästen und Mausoleen ein Denkmal setzen wollen. Aber auch diese werden trotz aller Ewigkeitsansprüche irgendwann verfallen und verschwinden.

Ausblick auf 2022

Da in MV die Museen und Galerien  auf unbestimmte Zeit geschlossen waren und keine Planungssicherheit bestand, mussten die beiden großen Ausstellungen mit Werken von Ralf-Rainer Odenwald und Dieter Koswig, die für die Kunsthalle vorgesehen waren, leider - wie schon im letzten Jahr - abgesagt und auf 2022 verschoben werden. Doch um einen Vorgeschmack auf die Bilder des Malers R.-R. Odenwald und die Skulpturen des Bildhauers D. Koswig zu vermitteln und Vorfreude auszulösen, folgen ein paar Informationen zu den beiden in Schleswig-Holstein lebenden Künstlern.

HinterNebenZwischenRäume - Malerei von Ralf-Rainer Odenwald

Ralf-Rainer Odenwald ist mit seinen Bildern am „Nabel der Zeit“ – inhaltlich wie technisch. Er holt seine Motive aus den „Social Media“, der Bühne unerschöpflicher Selbstinszenierungen. Mit kritischem Blick sondiert und selektiert er die Szenen, die etwas über die Sich-Darstellenden und die beabsichtigte Wirkung verraten. Odenwald schaut von außen nach innen und legt das Innere offen. Für die künstlerische Realisierung verwendet er einen aufwendigen hybriden Technik-Mix: Fotoausdrucke werden auf Leinwand collagiert und mit Acryl und Ölfarbe komplett überarbeitet. Dabei verfremdet er das Original und akzentuiert die Stimmungen, Gefühle, geheimen Wünsche und Bedürfnisse. So entstehen subtile, raffinierte zeitgeistige Zerr- und Spiegelbilder der EGO-Gesellschaft, zum Teil rätselhaft und nicht sofort zu entschlüsseln.

INNEN AUSSEN - Skulpturen von Dieter Koswig

Die Skulpturen von Dieter Koswig sind ein gelungener Kontrast zu den atmosphärisch dichten Bildern Odenwalds. Sie strahlen kraftvolle Ruhe aus, sind was sie sind. Seine vielgestaltige Formensprache ist an den Grundformen der Geometrie orientiert. DIETER KOSWIG arbeitet mit den klassischen Materialien Stein, Holz und Stahl sowie mit Fundstücken. Er vertritt die Meinung: ,,Vielen Menschen verstellt sich der Zugang zur Kunst, weil sie zu große Erwartungen haben, sich damit blockieren. Die Auseinandersetzung mit dem Material kann hilfreich sein, öffnen, Barrieren und Schablonen abbauen. Kunst ist kein konstanter Begriff, vielmehr definiert durch Wünsche und Probleme einer sich ändernden Gesellschaft.”