Benjamin Schubert

Der Künstler und seine Werke im Skulpturenpark PAMPIN

Kurzportrait

Benjamin Schubert - TRANSFORMATIONEN

Trotz strömenden, sintflutartigen Dauerregens fanden am vergangenen Samstag viele Besucher den Weg ins kulturforum PAMPIN zur Vernissage der diesjährigen Hauptausstellung "Transformationen - von Fundstücken zu Kunstwerken". Der Titel verrät die Philosophie und Arbeitsweise des Hamburger Künstlers, der seit 30 Jahren konsequent die Idee der Spuren-Suche und -Transformation verfolgt: Entsorgte Teile aus Werften, Industrieanlagen, Silos, Werkzeuge, Strandgut, alte Neonschreibschriften komponiert er zu bedeutungsvollen Skulpturen, die als ZEITZEICHEN den Wandel der Zeit symbolisieren. Die Fundstücke beinhalten Spuren ihrer einstigen Funktionen, mit ihrer neuen Gestalt und Identität verweisen sie auf das Heute, das morgen schon wieder Spuren der Vergangenheit aufweist.

Benjamin Schubert, Jahrgang 1961, ist zumindest dem kunstinteressierten Publikum in der Region seit seiner Beteiligung am Corso der Skulpturen in Parchim nicht gänzlich unbekannt, stehen doch von ihm am Fischerdamm der "Zeitformer" und in der Weststadt das rote "Duett" und der blaue "Wegweiser". Mit diesen Skulpturen wurde anlässlich der BUGA 2009 der Skulpturencorso in Parchim eröffnet. Das Pendant des Parchimer "Zeitformers" steht seit 2006 im Skulpturenpark Pampin - mit ihm wurde in Anwesenheit des damaligen Kultusministers Prof. Dr. Metelmann der "Grundstein" zum Skulpturenpark gelegt.

Die Ausstellung "Transformationen" bietet nun einen Gesamtüberblick über die Schaffensperioden Benjamin Schuberts: von kybernetischen Objekten über Strandgut-Collagen, Skulpturen aus Eisenschrott bis hin zu Neon-Licht-Installationen. Prof. Dr. Wolfgang Vogt vom kulturforum PAMPIN machte in seiner Einführung deutlich, dass insbesondere die hohe gesellschaftliche und moralische Reflexion des Künstlers charakteristisch ist für die Qualität seiner Arbeiten. Auf den ersten Blick profan erscheinende Gegenstände führen bei genauerem Hinsehen zu existenziellen Fragen und machen auf Probleme unserer Gesellschaft aufmerksam, wie z. B. Massenkonsum, Umweltverschmutzung durch Müll oder auch Analphabetismus, der in den Neonleuchtskulpturen aufscheint.

Eine Besonderheit der Ausstellungseröffnung war die Begrüßungsrede der Parchimer Kreistagspräsidentin und Kandidatin für die Landratswahl im September, Frau Gudrun Stein. Sie ging neben der Würdigung des ausstellenden Künstlers vor allem auf ihre kunst- und kulturpolitische Perspektiven für die Region ein und betonte deren - oft unterschätzten - Stellenwert für die gesamte regionale Entwicklung: gerade das kulturforum PAMPIN habe gezeigt, dass eine vor wenigen Jahren fast schon abgeschriebene periphere Gegend überregionale Ausstrahlung erlangen kann, wenn mit entsprechendem Engagement und Know-How Visionen umgesetzt würden. Sie wünschte sich, dass dieses Modell auch in anderen Bereichen viele Nachahmer finde.

In der Aussagekraft des Werks Benjamin Schuberts sah Frau Stein einige Parallelen zu ihren klaren, ambitionierten Zielen als Landrätin des Großkreises Parchim-Ludwigslust: Die Teilregionen zusammenzuführen und "damit mehr als die Summe der Einzelteile zu schaffen", um durch integrative Wirkung ein funktionierendes, gleichberechtigtes Ganzes zu erlangen, das zukunftsfähig ist, seine wirtschaftlichen Stärken ausbaut und innovative Ideen fördert, ein "solides finanzielles Fundament für möglichst viele Akteure und Projekte" bereitstellt, auf "kulturelle Vielfalt" setzt und nicht nur die "Leuchttürme" im Blick hat, ein transparentes System, das eine "offene und ehrliche Kommunikation über regionale und politische Grenzen hinweg" verfolgt und ergebnisorientiert ist, mit dem Ziel, "am Ende etwas für eine gute Sache erreicht zu haben". Ihr Credo: Kommunikation und Integration erzeugen positive Synergieeffekte, bringen die Menschen und Ihre Ideen zusammen, so dass für die Region kreative Perspektiven für eine nachhaltige Entwicklung entstehen.

Das Ausstellungsprojekt "Transformationen" gliedert sich in diesem Jahr in drei Phasen. Phase 1, die Werkschau in der Kunsthalle, ist seit dem 2. Juli öffentlich zugänglich. In Phase 2 besteht die Gelegenheit, dem Künstler bei der kreativen Arbeit über die Schulter zu schauen; in den kommenden zehn Wochen entstehen im Skulpturenpark mehrere Objekte, die zum ständigen Verbleib im Pampiner Park vorgesehen sind. Phase 3 schließlich findet im Rahmen einer Finissage am 18. September im kulturforum PAMPIN statt, wo die Resultate des Prozesses zu sehen sein werden.

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