Rainer Fest

Der Künstler und seine Werke im Skulpturenpark PAMPIN

Ausstellung in der Kunsthalle 2012 - Übergänge

Rainer Fest: Skulptur Installation Zeichnung

Die Ausstellung präsentiert Objekte aus wichtigen Werkgruppen des Künstlers und stellt die Vielzahl scheinbar disparater Gegenstände konsequent in ihren sinnhaften Zusammenhang. Nach dem dialektischen Dreiklang 1 + 1 = 3 (These + Antithese = Synthese) verdeutlicht Rainer Fest mit seinen Objekten die dem schnellen Blick verborgenen Synergien, die fundamentalen Polarisierungen innewohnen. Zentrales Thema seiner Kunst ist der sterbliche Mensch, der als Mängelwesen zur Welt kommt und sich als Übergangswesen mit begrenzter Laufzeit im Spannungsfeld zwischen Natur und Kultur behaupten muss. Letztendlich ist Rainer Fest ein „Überlebenskünstler“, der sich mit dem „zivilisatorischen Minimum“ (materielle Grundversorgung plus kulturelle Basisausstattung) auseinandersetzt, das zum menschengerechten Überleben erforderlich ist.

 

In der Kulturhalle werden in einer 1. Abteilung die „basic needs“ und die elementaren Mittel für ihre existenzielle Befriedigung mit den ästhetischen Ausdrucksmitteln Fest‘scher Ikonographie gezeigt: u. a. einfache Behausungen und Wohnobjekte, Wege und Treppen, Türme und Wehren.

 

In der 2. Abteilung sind die Objekte gruppiert, durch die der Mensch vom Natur- zum Kulturwesen wird: u. a. Buchstaben, Wortwürfel, Wunschkasten, moderner Wohnkubus, „Eindrücke aus Jacobs Traumwerkstatt“, - allesamt Kulturgüter, die ein Leben oberhalb des Dahinvegetierens ermöglichen.

Im 3. Bereich, dem langen Durchgang, wird als ein Highlight erstmalig die neueste Werkgruppe „ARTEFAKTE“ vorgestellt – Messinggüsse in der Art wertvoller Grabfunde, effektvoll präsentiert als „Schatz von Pampin“.


Im Skulpturenpark sind beeindruckende Objekte aus Stein (Granit, Blauer Labrador und Span. Syenit) aufgestellt, die sofort als Fest-Werke erkennbar sind. Stelen, Brunnensteine, Positiv-Negativ-Treppen zeigen die typische Handschrift des Steinbildhauers. Mit der Installation „Jericho, oder irgendwo anders“ ist ein frühes Schlüsselwerk des Künstlers zu bewundern, das auf Dauer in Pampin verbleiben wird. Diese Skulpturengruppe, die schon im Hamburger Bahnhof in Berlin zur Zeit des Mauerfalls ausgestellt war, besteht aus acht (ehemals 12) großen Granitwegplatten, die kreisförmig angeordnet sind und gegen den Uhrzeigersinn immer mehr von der vertikalen in die horizontale Lage fallen. Diese vielschichtige Installation kann gegensätzlich gelesen werden als ein Prozess des Aufrichtens oder des Umfallens, als Zyklus allen Lebens, als Symbol für die Unendlichkeit - ohne Anfang und ohne Ende.

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